Waffenschmiede Dortmund – der Werdegang des Robert Lewandowski

Gastbeitrag von Stefan Schwitulla

Wer erinnert sich noch an jenen Tag, an dem der deutsche Erstligist Borussia Dortmund den bis dato völlig unbekannten polnischen Nationalspieler Robert Lewandowski für schlappe 4.5 Millionen Euro unter Vertrag nahm?
„Das kann ja was werden!“ – um nur einen von vielen Kommentaren zum neuen Transfer der Borussia zu nennen, doch an einem bestimmten Attribut mangelte es Kritikern und Medien: Vertrauen! Jürgen Klopp zeigte in seiner Karriere als Trainer, vor allem in den bisherigen Jahren bei Borussia Dortmund, wie scharf seine Augen beim Aufspüren von formbaren Talenten ist.
Nuri Sahin, Shinji Kagawa, Ilkay Gündogan und Mario Götze, der mittlerweile beim Konkurrenz-Tilger Bayern München unter Vertrag steht, sind neben Robert Lewandowski nur einige wenige Spieler, die von Dortmunds agierender Hand zu wahren Weltklassespielern auf ihren Positionen geschliffen wurden.
Robert Lewandowski zog die Aufmerksamkeit von Borussia Dortmund auf sich, als er in Polen zum Torschützenkönig und Newcomer des Jahres gewählt wurde. Es war sein Kindheitstraum einmal in der Bundesliga zu spielen – ein Traum vieler Jungs – und er wurde im Sommer 2010 Wirklichkeit.

Zu Beginn nur als Wechsel-Alternative für Lucas Barrios, der sich gerade im Torrausch befand, erzielte Lewandowski sein erstes Dortmunder Tor ausgerechnet im heiß umkämpften Revierderby gegen Schalke 04. Da er nur als Joker für die Schlussphasen, ähnlich wie Ivan Perisic, eingesetzt wurde, zeigte sich seine Entwicklung im Sturm nicht gerade schnell, sodass trotz gewonnener Meisterschaft erste Zweifel aufkamen.

Der Durchbruch

Gelber Pyro-Rauch und Rakete auf dem Rasen

Veltins Arena auf Schalke mit Blick auf BVB-Block.

Bedingt durch die schwere Verletzung von Stammspieler Barrios setzte Borussia Dortmunds Coach alles auf seinen polnischen Schützling und stellte ihn in der Saison 2011/2012 wöchentlich von Beginn an auf. Ein Schachzug, der sich als goldrichtig erwies – Lewandowski traf und traf und belohnte sich zum Ende der Saison mit dem dritten Platz der Torschützenlisten sowie der 2. Meisterschaft in Folge mit dem BVB.

Endgültig ins Herz der schwarzgelben Fans schoss er sich im Finale des DFB-Pokals gegen Rekordmeister und aktuell einzigem Konkurrent Bayern München, indem er beim 5:2 Schlachtzug gleich 3 mal traf und somit das erste Double in der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund fix machte.

Die Position als Stammstürmer war somit trotz des Abgangs von Lucas Barrios keine Frage mehr, obwohl die neue Bundesligasaison für Dortmund alles andere als erfreulich begann. Zu viele Punkte wurden dank massenhaft vergebener Chancen liegengelassen, was dem Hauptkonkurrent FC Bayern natürlich enorm gut schmeckte. Diese stürmten an den wohl schnellsten Titel der Bundesliga und ließen die Borussia fast 30 Punkte hinter sich.

…aber da war doch noch was!? Richtig, der Versuch die Champions League Blamage des Vorjahres zu bereinigen. Und wie sollte es anders kommen, Robert Lewandowski erzielte Tore wie ein Tier und war der erste Spieler der Geschichte, der in einem Halbfinale 4 Tore in einem Spiel schoss – und das gegen keinen geringeren Gegner als Real Madrid.
Lewandowski besiegelte Borussia Dortmund den quasi perfekten Einzug ins Finale der Champions League, ob es eine Wiederholung von 1997 wird? Alle Statistiken sprachen dafür, doch soweit kam es nicht. Bayern München gewann das Finale in London gegen Dortmund und kassierte im Anschluss neben dem heiß begehrten Pokal auch die mittlerweile stärkste Waffe des europäischen Fußballs, Robert Lewandowski, dessen Marktwert inzwischen bei guten 40 Millionen Euro liegt.
Aber keine Sorge, das nächste Talent ist schon auf dem Weg aus Serbien, sich von Borussia Dortmunds Waffenschmiede Jürgen Klopp zu einem Juwel schleifen zu lassen, bevor der FC Bayern wieder vor der Türe steht.

Stefan Schwitulla

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