Mario Basler : Deutschland ist eine Neidgesellschaft | Diagnose Wahrheit I

Wir trafen vor einem Jahr Mario Basler in der 11Freunde Bar in Essen im Mobilat Fantalk. Zu Gast war damals auch Ailton kurz nach seinem Dschungel-Aufenthalt und es sollte eine der besten Runden aller Zeiten werden. Mario Basler fing an zu sprechen und ein Raunen ging durch die gefüllte Kneipe. Auch bei Markus Lanz musste sich Mario Basler wieder der Frage stellen ob er Alkohol getrunken hatte, doch er antwortete mit einer „ewigen Erkältung“ , die er habe. Alkohol und das Rauchen haben selbstverständlich nichts damit zu tun.

Natürlich wurde der Clip aus dem Internet gespielt, als Mario Basler sich damals mit einer Frau in der 11Freunde über „zu hohe“ Spielergehälter unterhielt. Das Publikum fand es sehr amüsant, wie eine Einzelhandelskauffrau behauptete ein millionenschweres Jobangebot nicht annehmen zu würden, weil Sie es unfair gegenüber den anderen Menschen finden würde.

Damals wie Heute verteidigte Mario Basler bei Markus Lanz seine Meinung Deutschland sei eine Neidgesellschaft und hat auch in meinen Augen nicht unrecht damit. Menschen sind neidisch gegenüber dem  Erfolg, Menschen erzählen nur über Fehler und Unfälle, aber niemals über das Glück eines Anderen. Selbstverständlich verdient ein Fußballer unvorstellbares Geld, doch gibt dem Zuschauer seine besten Jahre. Während wie das Leben genießen, schuftet der Fußballer täglich auf dem Trainingsplatz, riskiert seine Gesundheit auf dem Platz, steht in jungen Jahren in der Öffentlichkeit und unterhält das Publlikum.

Mario Basler deutete mehrfach daraufhin wie sehr man heutzutage in der Öffentlichkeit steht und dies auch belastet. Klar werden die Spieler dafür gut entlohnt, doch erstens verdient nicht jeder Profi-Fußballer Millionen, zweitens sollte sich jeder hinterfragen wie viel ihm seine Privatsphäre wert ist und drittens gibt es immer jemanden der die Spieler bezahlt. Es ist einfach so, dass Fußballer im Rampenlicht stehen, nicht viele Jahre ihres Lebens den Beruf ausüben können und somit nach dem 35. oder 36. Lebensjahr kein Geld mehr verdienen können, es sei denn sie werden Trainer, Fernsehexperten oder besetzen einen anderen Posten innerhalb des Fußballs.

Deutschland ist eine Neidgesellschaft ! Jeder der das Talent, den Willen und den Ehrgeiz hätte diesen Beruf des Fußballers auszuüben, hätte Transfers wahrgenommen, Vereine gewechselt und für den best zahlenden Verein gespielt, genau wie es viele Protagonisten gemacht haben, die vom gleichen Fan danach als „Judas“ , „Söldner“ und „Verräter“ beschimpft werden. In anderen Berufen ist man meistens auch nicht so mit dem Arbeitgeber verbunden, dass man Gehaltsverdoppelungen mit Aussichten auf Erfolg bei einer Konkurrenzfirma nicht annehmen würde.

Pro Mario Basler – und ich finde es mutig solche Aussagen in der Öffentlichkeit zu machen und sich in einer Fernsehsendung auf Diskussionen mit dem Publikum einlässt, denn wie er selbst sagte: Es darf nicht sein, dass sich Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sich alles gefallen lassen müssen.

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