Jens Keller – Angekommen nach Wutrede

Der Unscheinbare, Der Ruhige, Der Neue – 3 ungewollte Titel, die Jens Keller am Wochenende beim Spiel gegen Werder Bremen abgelegt hat.

Der Trainer vom FC Schalke 04 brachte die Kabine zum beben und poltern, als seine Mannschaft diese nach einer der schlechtesten Halbzeiten seit langem betrat. Er fand genau die richtigen Worte, denn so ist die Situation derzeit auf Schalke: Wer nächstes Jahr nicht Championsleague spielen will, der soll es sagen und den Platz in der Mannschaft räumen.

Der große Vorteil an titellosen Mannschaften und Spielern ist doch genau diese Art der Motivation . „Ihr wollt noch was werden, also reißt euch den Arsch auf.“ Passend dazu der Artikel über Borussia Dortmund und den satten Spielern.

Nach der Rede ging die Mannschaft auf den Platz und gewann das Spiel 2:0 gegen einen Gegner, den man in den letzten Jahren immer schlug und der diese Saison am Boden liegt. Passend zu der Kabinenrede von Jens Keller ist doch die Situation von Thomas Schaaf. Seit 14 Jahren Trainer bei Werder Bremen. Thomas Eichin sagte am Sonntag im Doppelpass über Thomas Schaaf: „Er kennt bei Werder Bremen jeden Wasserhahn.“

Der Vergleich zwischen Jens Keller und Thomas Schaaf hinkt vielleicht, doch ich glaube fest an den besseren Motivationseffekt bei einem neuen als bei einem alten Trainer, ABER NUR DANN wenn  dieser Effekt zu einem Sieg führt. Der Trainer hat nun eine positive Bilanz seiner Kabinenanprachen und zieht die Mannschaft mit sich.  Bei den Schalker Fans lässt sich so immer punkten und diese Rede wird in Erinnerung bleiben.  Wenn der FC Schalke am Wochenende gegen Bayer Leverkusen gewinnen sollte, dann stehen Kellers Chancen für den Verbleib als Cheftrainer in der nächsten Saison besser denn je.

Das Trainergeschäft ist knallhart und während die Spieler nahezu unantastbar sind, packen die Trainer schnell wieder ihre Koffer. So eine Rede zeigt aber den Charakter eines Trainers, der mit Leidenschaft und Emotionen eine Mannschaft motivieren kann. Diese Fähigkeit zeichnet Trainer aus.  Live miterleben konnten es die Fans der Deutschen Nationalmannschaft hautnah im Film „Deutschland- Ein Sommermärchen“ von der Weltmeiserschaft 2006, als Kameraaufnahmen Jürgen Klinsmann bei seinen Ansprachen zeigten. Es ist doch schön wenn die Medien diese Leidenschaft aus der Spielerkabine an die Öffentlichkeit bringen, denn das ist positive Werbung für Jens Keller, der mir persönlich immer besser gefällt.

Trainer, die ihr Amt nicht in der Vorbereitungsphase einer Saison übernommen haben, spielen mit einer ihnen fremden Mannschaft, die nicht auf ihr Konzept zugeschnitten sind. Er konnte keine Spieler verpflichten, die in sein System passen , sondern musste mit einem vorliegenden Material arbeiten. Er sollte die Möglichkeit bekommen in Zusammenarbeit mit Horst Heldt sich dieses Material anpassen zu dürfen.

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