Warum Teilzeit-Wrestler bei Wrestlemania 29 der WWE Schaden

Wrestlemania ist seit je her die größte und wichtigste Veranstaltung im Wrestlingjahr. Kein anderer PPV erhält ein so langen Aufbau oder eine solche Publicity. Für jeden Wrestler ist es der Traum einmal im Rampenlicht bei Wrestlemania zu stehen. Einmal die Show bei Wrestlemania zu stehlen. Einmal im Wrestlemania zu headlinen. Ein ganzes Jahr lang arbeiten die Superstars der WWE darauf hin. Dieses Jahr  war die Arbeit aber vergebens. Denn wenn am Sonntag  der größte Wrestling Event in New York stattfindet, spielen aktive Vollzeit-Wrestler nur noch Nebenrollen .  Vier Wrestler in den drei Main-Events sind nur noch Teilzeit aktiv. Wrestler, die im Jahr nur ganz wenige Auftritte machen, nicht bei Houseshows auftreten und in den normalen wöchentlichen Shows nicht ein Match bestritten haben.

Triple H, Brock Lesnar, The Undertaker und Dwayne „The Rock“  Johnson. Namen, die selbst den Menschen etwas sagen, die sonst nichts mit Wrestling zu tun haben.

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Genau deshalb stehen diese Männer auch in den Main Events. Sie ziehen ein breiteres Publikum an. Sie sorgen für mehr Publicity. Erhöhen die Verkaufszahlen. Wrestlemania ist längst ausverkauft und wird sicherlich den Einnahmenrekord aus dem Vorjahr brechen. Das Konzept scheint also aufzugehen. Doch der Schein trügt. Der neue Trend der „Teilzeitwrestler“ ist sehr gefährlich für die WWE.

Das erste Problem ist ein ganz offensichtliches: Es ist einfach ungerecht! Wrestler wie Dolph Ziggler, Daniel Bryan oder Cody Rhodes arbeiten das ganze Jahr über hart und werden dafür nicht belohnt. Sie müssen sich bei Wrestlemania mit Tag Team Matches begnügen. Und darüber müssen sie fast schon froh sein. The Miz und Wade Barrett (der amtierende I.C. Champion) dürfen nur in der Pre-Show ran, wenn die Zuschauer noch nicht auf ihren Plätzen sind. Andere Stars haben es gar nicht auf die Card geschafft, darunter auch ein hart arbeitender US Champion. Die WWE darf sich also nicht wundern, wenn die Motivation (und Leistung) der Wrestler nachlässt. Immerhin wird den Wrestlern gerade gezeigt, dass es egal ist wie sehr man sich reinhängt oder wie hart man arbeitet.

Das mag aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht noch akzeptabel sein, solange die Buyrates stimmen. Aber es gibt da noch ein zweites und viel dramatischeres Problem: Die WWE baut keine Top-Stars mehr auf! Top-Stars und Legenden werden vor allem bei Wrestlemania geschaffen. Doch dort bekommen die neuen Stars einfach zu wenig Spotlight. In der Vergangenheit mündete ein Push oftmals in einem großen Wrestlemania Match, das den Fans in Erinnerung blieb und somit den endgültigen Durchbruch bedeutete. Doch dieses Jahr wurden der Aufbau frischer Talente für Wrestlemania unterbrochen. Dolph Ziggler stand beim letzten PPV 2012 im Main Event gegen John Cena. Er gewann das Match sogar.Alles deutete auf ein großes Wrestlemania Match hin – wahrscheinlich um den World Title. Stattdessen verschwand Ziggler aber aus den wöchentlichen Shows um Platz für die Teilzeit-Wrestler zu machen.  Auch Rybacks Popularität war Ende 2012 auf dem Gipfel. Aber auch sein Aufbau wurde unterbrochen, weil man das Hauptaugenmerk auf die Teilzeit-Wrestler gelenkt hat. Was bei Wrestlemania vielleicht noch funktioniert, wird spätestens danach zu einem Problem, wenn die Teilzeit-Wrestler wieder für neun Monate verschwinden. Man fängt dann nämlich wieder bei null an. Aktuelle Superstars standen Ende 2012 im Fokus. Das Interesse an ihnen war riesig. Jetzt muss man es erst wieder neu erwecken. Das dürfte jedoch nicht allzu einfach sein, wenn man bedenkt, dass diese Wrestler erst vor kurzem fallen gelassen wurden.

Wrestlemania Live B 190

Den Wrestlingfans wurde seit dem Royal Rumble eine klare Botschaft übermittelt: Die früheren Stars sind besser als die heutigen. Immerhin konnte The Rock mal eben CM Punk besiegen. Trotz eines Eingriffs von The Shield konnte der Schauspieler die längste Titelregentschaft der Neuzeit beenden – obwohl er fast ein Jahr kein einziges Match bestritten hatte.  Auch in den Shows danach wurde dieses Konzept weiter verfolgt. Die Teilzeit-Wrestler bekommen in der Zeit vor Wrestlemania mehr Zeit und Aufmerksamkeit in den Shows. Wie viele Rückblenden zur Triple H / Brock Lesnar Fehde haben wir in den vergangenen Wochen über uns ergehen lassen müssen, während selbst das World Title Match zwischen Jack Swagger und Alberto del Rio zur Nebensache verkam. Denn es scheint als sei ein Match zweier Teilzeit-Wrestler wichtiger als der World Title. Die WWE wird viel Zeit brauchen um den World Title wieder wichtig erscheinen zu lassen. Nach dem 18 Sekunden Match aus dem Vorjahr (das übrigens weder Sheamus noch Bryan geholfen hat ein richtiger Top-Star zu werden), spielt der World Title auch 2013 bei Wrestlemania nur eine untergeordnete Rolle. Andere Champions haben es nicht Mal auf die Main Card geschafft, da man dort lieber Altstars einsetzt. Aber wen interessieren schon Titel im Wrestling?!

Natürlich gehören Stars und Legenden schon lange zur Wrestlemania-Tradition. Spätestens seit die Hall of Fame Zeremonie jedes Jahr am Abend vor Wrestlemania stattfindet. Es spricht auch nichts gegen Auftritte dieser Legenden, solange sie den neuen Stars helfen. Ein Match zweier Legenden erhöht die Verkaufszahlen. Alte Fans schalten mal wieder ein, um dieses Match zu sehen. Es bietet sich also eine Möglichkeit um alte Fans zurückzugewinnen. Das geht aber nur, wenn die Fans sehen, dass die aktuellen Stars es auch drauf haben. Dass es sich lohnt, sich die aktuelle WWE anzusehen. Aber wieso sollte ein ehemaliger  Fan an den neuen Stars interessiert sein, wenn er sieht, dass nicht mal die WWE an ihr aktuelles Roster glaubt?

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2 thoughts on “Warum Teilzeit-Wrestler bei Wrestlemania 29 der WWE Schaden

  • 5. April 2013 at 05:58
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    Leider wahr… Nichts anderes, wenn auch aus verständlichem Grund ein bisschen vorsichtiger und weniger ausführlich sagte Dolph Ziggler in einem Interview.

    Ich bin ein Kind des 90er Jahre Wrestlings. Und natürlich sehe ich hier und da Legenden wie The Rock gerne, keine Frage. Aber, und das konnte ich vor Jaaahren auch über Hogan sagen, nicht in den Top Fehden, Titel Matches und Main Events.

    Wo es ein Fehler gewesen sein mag, den wichtigsten Titel im Wrestling überhaupt einem Schauspieler zu geben – egal wie verdient er sich in seiner Zeit für die WWE gemacht haben mag -, muss es aber nicht zwingend falsch sein, den Undertaker gegen MC Punk zu stellen.
    IC Champs in Pre-Shows, US Champs nicht mal auf der Card… und ex Champs? Wenn die WWE Punk nicht fallen lassen will, wie seinerzeit The Miz nach seiner Zeit als Champion fallen gelassen wurde, könnte er den Taker klar besiegen und seine Wrestlemania Siegesserie beenden. DAS wäre ein Wrestlemania-Moment.
    Eine Niederlage von Punk wüde nur den aktuellen Trend bestätigen und brächte dm Sieger nicht einmal was ein.

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  • 6. April 2013 at 14:22
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    Bei mir ist das alles irgendwie anders. Schaue sehr unregelmäßig Wrestling, lese aber jede Woche die Showberichte. Ich freue mich sehr auf alle Vollzeitwrestler. Aber es hat bei mir mit meinem Umfeld zu tun. Meine besten Freunde haben damals die Attitude Zeit geguckt , waren Fans, aber haben irgendwann das Interesse verloren. Mit The Rock, Undertaker und HHH bekomme ich Sie am Montag wieder auf meine Couch und wir gucken wie damals einen WWE PPV.

    Leider lassen Sie sich nicht auf neue Charaktere ein und reden diese schnell sehr schlecht ohne ihnen eine Chance zu geben. Ich mag viele aktuelle Talente, beobachte neue Charaktere sehr genau und lasse mich sehr begeistern, wenn es denn stimmt.

    Ich tippe auf einen Taker-Sieg, Lesnar wird HHH besiegen und The Rock wird seinen Titel an John Cena verlieren.

    Freue mich auch auf Jericho vs Fandango, aber auch weil es eben Jericho ist. 😉

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