Der VfL Bochum testen in Velbert – Schleppender Start in die Vorbereitung

Für einige der angereisten VfL-Fans stand bereits vor dem Testspiel gegen die SSVg Velbert 02 fest, dass es sich bei dem Regionalligisten nur um ein (Achtung, Zitat!) „Schlachtopfer“ handeln würde. Bei eher durchwachsenem Wetter versammelten sich immerhin 1200 Leute in der Christopeit Arena, um dem ersten Testspiel in der Vorbereitung beizuwohnen. Recht schnell waren die Fronten auf dem Platz geklärt. Die Bochumer ergriffen von Anfang an die Initiative und beherrschten den Ball – aber nicht den Gegner. Dieser kam in der Anfangsphase durch eine verunglückte Flanke sogar zu einem Lattentreffer. Danach sollte der VfL allerdings das Spielgeschehen zunehmend kontrollieren. Auch wenn die Durchschlagskraft nach vorne fehlte und der Ball häufig horizontal durch die eigene Defensivreihe geschoben wurde, was aber auch der erstaunlich guten Defensivleistung des Regionalligisten zuzuschreiben sein dürfte. Bezeichnend für das Spiel der Bochumer war, dass das Tor des Tages durch einen „Sonntags-“Schuss zustande kam. Daniel Engelbrecht nahm sich aus rund 40 Metern ein Herz und überwand den Velberter Keeper sehenswert mit einem Schuss in den Winkel. Zu guten Torchancen sollten die Bochumer erst in der Folge kommen. Engelbrecht, Cwielong und Butscher brachten das Tor der Gastgeber aber nicht ernsthaft in Gefahr.

In der zweiten Halbzeit wechselte Coach Neururer fast komplett durch. Lediglich Carsten Rothenbach musste, mangels Alternativen (Freier und Gyamerah standen nicht zur Verfügung), durchspielen. Das Bild war wieder das Gleiche. Der VfL dominierte das Spiel über den Ballbesitz, ohne die ganz große Gefahr auszustrahlen. Gute Chancen von Morabit, Sukuta-Pasu und Bertram führten jedoch nicht zum Erfolg und so hatten die Velberter 20 Minuten vor Schluss fast den Ausgleich auf dem Fuß. In der 2. Halbzeit hat mich der Auftritt von Sören Bertram positiv überrascht. Gute Eckbälle und engagiert im Spiel. Die Entscheidung den Spieler, vor allem vor dem Hintergrund der kaum vorhandenen Alternativen auf den offensiven Außenpositionen, an den Halleschen FC in die 3. Liga zu verleihen, halte ich nicht unbedingt für glücklich, auch wenn ich ihm alles Gute wünsche und hoffe, dass er gestärkt wieder zurückkehren wird.

Bewertung der Neuzugänge

Man sollte die Bedeutung dieses Testspiels natürlich nicht zu hoch hängen, aber es gibt noch eine Menge zu tun. Gerade im Spiel nach vorne muss mehr Durchschlagskraft entwickelt werden. Die Neuzugänge hinterließen einen durchaus guten ersten Eindruck. Piotr Cwielong ließ sein Können in der 1. Halbzeit aufblitzen; Felix Bastians bot eine solide Partie auf der linken Abwehrseite, auch wenn seine Standards verbesserungswürdig sind; Heiko Butscher wusste als Zweikämpfer und Antreiber auf der „6“ zu gefallen; Chritian Tiffert war aus dem Spiel heraus nicht so präsent, da er sich zu häufig auf die rechte Seite zurückzog, schlug zumindest einen guten Freistoß; Smail Morabit war sehr bemüht, auch wenn ihm nicht allzu viel gelang; Richard Sukuta-Pasu, welcher über eine enorme körperlich Präsenz verfügt, vergab eine sehr gute Chance, in der er aber seine Agilität eindrucksvoll unter Beweis stellte. Sieht man sich den Kader an, so muss einem auf den ersten Blick nicht angst und bange werden, im Hinblick auf die kommende Spielzeit. Zumal die Kaderplanung noch nicht abgeschlossen ist. Mit Florian Jungwirth wurde am Montag noch ein neuer Spieler vorgestellt und es sollen, nach dem sicheren Weggang von Leon Goretzka, noch mindestens ein 6er, sowie ein Stürmer kommen.

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