Leeres STadion bei einem Geisterspiel

So kommentierst du ein Fußball-Geisterspiel

Gestern fand das erste Geisterspiel in der Geschichte der Bundesliga statt. Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln mussten vor leeren Rängen gegeneinander antreten. Am Ende gewann Gladbach 2:1 gegen Köln, doch der Abend zeigte vor allem, dass ein Fußballspiel ohne die Stimmung der Fans kein berauschendes Erlebnis ist. Es gibt wohl Hochrechnungen bei den größten Vereinen auf der Welt, dass die Einnahmen durch Ticketverkäufe keine große Rolle mehr spielen. Die Zuschauer bedecken potenzielle Werbeflächen und so könnte ohne Zuschauer noch mehr Geld mit dem Fußball verdient werden. Jedoch zeigte dieses historische Geisterspiel, dass so die Zuschauer vor dem Fernseher auch wegbleiben werden.  Meines Erachtens wurde aber auch deswegen keine Stimmung vor den Fernseher transportiert, weil das Kommentatoren-Duo, bestehend aus Martin Groß und Friedhelm Funkel, immer wieder auf den langweiligen Zustand im Stadion hinwies.

Kommentieren während eines Geisterspiels

Eigentlich hat sich die Situation für die Kommentatoren bei dem Geisterspiel nicht verändert. Die Aufgabe des Kommentators ist es, dass das Spielgeschehen auf dem Platz kommentiert wird. Gleichzeitig haben die Kommentatoren die Aufgabe, dass das Spiel für die zahlenden Sky-Kunden durch den Kommentar aufgewertet wird. Es darf nicht passieren, dass sich die gähnende Langeweile der Kommentatoren auf die Zuschauer überträgt und das Spiel noch zäher macht. Gestern war ich in Köln in einem Brauhaus und alle fanden das Spiel merkwürdig. Irgendwie kann ich im Nachhinein nicht einmal mehr beurteilen, ob es sich um ein gutes oder schlechtes Bundesliga-Spiel gehandelt hat.

Gag-Maschinen für Geisterspiele

Ich mag Friedhelm Funkel sehr, doch für diese Aufgabe war er einfach nicht der richtige Mann. In der zweiten Halbzeit bemerkte ich, dass Martin Groß sich um Gesprächsthemen bemüht hat und versucht hat die an seiner Seite sitzende Tainer-Expertise mit in den Kommentar einzubauen. Dies hat stellenweise auch wirklich gut funktioniert. 1998 gewannen Günther Jauch und Marcel Reif den Bayrischen Fernsehpreis für die unterhaltsame Moderation beim umgefallenen Tor in Madrid. Damals verzögerte sich der Anpfiff des Championsleague-Spiels zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid um mehr als eine Stunde. In dieser Zeit brachten Jauch und Reif viele unterhaltsame Gags und gingen damit in die Fernsehgeschichte ein. Diese Chance haben Funkel und Groß gestern verpasst.

Promi-Fans an die Mikrofone

In der Unterhaltungsbranche gibt es aber Persönlichkeiten, die solch ein Spiel unterhaltsam für die Fans kommentieren könnten. Das Team des Fußball-Podcasts „Fußball MML“ hätte dort an die Mikrofone gesetzt werden können und jeder Zuschauer hätte seinen Spaß gehabt. Micky Beisenherz, Lucas Vogelsang und Maik Nöcker hätten das wunderbar machen können.

Ein anderer Ansatz wäre gewesen, dass jeweils ein Gladbach-Fan und ein Köln-Fan das Spiel kommentiert hätten. Joko Winterscheidt, Tommi Schmitt und Serdar Somuncu sind bekennende Fans von Borussia Mönchengladbach.  Auf der anderen Seite hätten bekannte Köln-Fans, wie Carolin Kebekus, Lukas Podolski oder andere sitzen können. Mir ist bewusst, dass diese Entscheidung kurzfristig gefallen ist, aber für die kommenden Wochen muss sich Sky eine Lösung einfallen lassen.

Mittlerweile haben einige Vereine sogar schon Influencer, die sich bei YouTube und Instagram positioniert haben und vor kurzem wurde ein Spiel bereits live von denen im Internet kommentiert. Da steckt so viel Potenzial drin, aber es darf jetzt nicht immer so sein wie gestern.

Fans fordern Stimmungsmacher

Auf Twitter wurde natürlich direkt wieder nach Wolff-Christoph Fuss und Frank Buschmann geschrien, doch die beiden müssen sich in einem Geisterspiel ebenfalls erst beweisen. Die beiden Kommentatoren können auch nicht alles alleine machen, aber auch ihre Kollegen werden sich der neuen Situation zeitnah anpassen und wieder abliefern.

Erwartungen und Tipps

Hier meine Erwartungen und Tipps für Kommentatoren eines Geisterspiels:

  • geht auf die Situation nicht zu häufig ein
  • beschäftigt euch noch intensiver mit dem Geschehen auf dem Platz
  • sucht spannende Themen rund um das Spiel
  • klärt die Zuschauer über die Coronavirus-Situation auf
Bildquelle: Pixabay-User jarmoluk

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