Homophobie im Fußball

Der Tag wird kommen

Marcus Wiebusch hat ein Lied veröffentlicht, dass auf seinem ersten Solo-Album erscheinen wird. „Der Tag wird kommen“ stimmt auf das Album ein, soll ein Statement setzen und zeigt das Herr Wiebusch noch eine Menge zu sagen hat. Einige Stimmen sagen, okey, das klingt wie Rap, andere sagen, die Musik nervt und wieder andere finden das Lied mit sieben Minuten deutlich zu lang. Egal was wer darüber denkt, der Text spricht für sich und möchte gehört werden.

Marcus Wiebusch ist wieder da. Nicht zu schmusig, traurig und verträumt wie bei Kettcar. Eher mit dieser passiv freundlichen Aggressivität, ähnlich wie damals bei But Alive.

Was hat das alles mit Fußball zu tun? Dieses eine Lied, „der Tag wird kommen“, eine Menge. Ein Fakt, den viele Leute samstags nachmittags um 15:30 ins Gedächnis rufen ist, dass es keine Homosexualität im Profi-Fußball gibt. Ach was rede ich, im gesamten Fußball nicht. Das sind echte Männer, die machen sowas nicht. Marcus Wiebusch hat genau diesem Thema ein Song gewidmet. Sieben Minuten und eine schön erzählte Geschichte später, sollte sich jeder fragen, warum ist das so?

Homophobie und Angst vor Neuem

Der Tag wird kommen von Marcus Wiebusch ist ein Lied gegen Homophobie im Fußball

Der Tag wird kommen von Marcus Wiebusch ist ein Lied gegen Homophobie im Fußball

 

„Außenminister, Popstars, Rugby-Spieler zeigen, dass es geht, früher undenkbar, heute normal. Ich wette 90 % ist es egal.“ Wir leben in einem Land, in dem eine Frau regiert. Das war früher auch undenkbar. Heute finden wir Frauen überall, sogar die katholische Kirche denkt darüber nach, dass Frauen höhere Posten einnehmen dürfen. Das ist Fortschritt und Veränderung. Homosexualität finden wir in jedem Lebensbereich, jeder kennt einen, der einen kennt. Aber ist es nicht egal wer wen liebt? Ihr Sex ist ihre Sache und mutige Menschen die sich trauen zu sagen wen sie lieben und wen nicht haben es nicht verdient von den Dümmsten der Dummen beurteilt zu werden.

Leider finden wir Homophobie fast in jedem Bereich. Da sitzen biertrinkende Typen, eingepisst in ihren Jogging-Hosen vor dem Fernseher und wagen es Menschen zu beurteilen. Diese Leute sind neidisch auf ein freies und ungezwungenes Leben. Weil sie sich nicht trauen zu sagen was sie denken. Ob Klaus Wowereit ein guter Oberbürgermeister ist, wird nicht daran fest gemacht, ob er schwul ist oder nicht. Sollten Fußballer denn nicht auch die Chance haben, ja die Wahl haben, zu zeigen, wie gut sie sind? Ohne dass darauf geschaut wird, ob sie Männer oder Frauen ihre Treue schwören?

Menschen werden nicht ewig homophobe Vollidioten bleiben. Genau das sagt das Lied von Marcus Wiebusch aus. Irgendwann wird es den Ersten geben, der sich traut. Und dann wird noch ein Spieler die Hand heben und sagen, ja, ich bin schwul. Thomas Hitzelperger hat sich nach seiner aktiven Karriere geoutet. Er bekam Lob von Politikern, dem DFB und Lukas Podolski. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Leider hat sich Hitzelsperger erst nach seiner Zeit als Profifußballer geoutet. Warum nicht schon eher? Der amerikanische Fußballer Robbie Rogers hat mit seinem coming out gleichzeitig seine Karriere für beendet erklärt. Jens Lehmann zum Beispiel erklärte, wenn er gewusst hätte, dass Hitzelsperger Männer liebt, wäre er mit dem ehemaligen Nationalspieler nicht gemeinsam duschen gegangen. Das klingt sehr traurig.
In zwanzig Jahren blicken wir zurück und sagen, wie rückständig wir doch einmal waren. Anfang der 90er wurden noch Bananen auf schwarze Spieler geworfen, das ist heute undenkbar.

Hört euch das Lied an. Egal ob Fußball-Fan oder nicht. Teilt es, wenn ihr der gleichen Meinung seid.
Der Tag wird kommen – Marcus Wiebusch

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